XVI Und keine Erlösung

 

XVII Landschaften mit Erscheinungen

 

XVIII Spiegel

 

XIX Mysteriöses Verschwinden

 

 

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XVI

UND KEINE ERLÖSUNG DER DINGE DURCH UNS

 

 

Teo Chiriac (Dieter Schlesak)

 

HU-HUUUUU

 

Der Herrgott verbreitete einen schrecklichen Geruch nach Fauna

und Flora

oft wenn er eingewickelt war in Abendrot und Morgenfrühe

gleich zeitig

holte er die Taschenuhr raus und führte sie aufmerksam

ans Ohr

sie geht

viel Zeit ist vergangen seit wir, die mit

vor Schrecken

erstarrten Flügeln

auf ihn warteten, daß er herauskäme - vollkommen und naß

aus den Brunnen-

schächten: tief eingegraben in die Scham des Alls

die er

von Zeit zu Zeit reinigt vom götterrosigen

Schlamm

der Genesis

dann riefen wir nach und nach nacheinander hu-huuuu

(manchmal ists die

lexikale Demenz die Ex-stase: eine Pause die junge Sterne entwickelt)

und wir erwarteten

das Echo aus dem Punkt Zero wo sie geometrisch

zusammentrafen: Wasser

Erd Teile und Reiche

doch anstatt des Echos hörte man nur das Gebrüll trans-

luzider Entwendungen und das schwere Klirren der Eisenkette

an deren Ende

eine Taschenuhr unentzifferbar

dahinrostet

auszusprechen nur in blutenden Engelszungen

 

 

 

 

 

Ana Blandiana (Bettina Schuller)

 

Elegie

 

Herrin des Mondes, gütige, schöne

verbind die gutgläubigen Wunden,

durch die mein Glaube gesickert ist

im Umlauf deiner Stunden.

 

Leichtes Laub, zum Hassen zu welk

und zum Lieben längst nicht mehr grün,

lege es heilsam auf meine Stirn

Gelbe Herrin, der ich verziehn.

 

Schließ meine Ohren mit Flügelschlag

so vergeß ich den Eintakt im sausenden Fliegen.

Deine Hand - daß ich nichts mehr sehen will -

laß mir auf den Augen liegen.

 

Mein Leib, vom Staunen umgepflügt,

bittet dich Herrin, um Regen.

Laß rote Zungen, rotes Gras

ihn in die Flammen legen.

 

Hab dann Erbarmen, ruf den Schnee,

Laß ihn in Wirbeln fallen.

Die frommen Vögel setzen drauf Kreuze

mit den Krallen.

 

 

Mihai Ursachi (Horst Helge Fassel)

 

Die Stunde Null

 

es ist blanker wahnsinn um diese stunde zu leben

nachttischwecker verschlingen insektenwinzige uhren

wie rundliche fette bruthennen gackern sie und räsonnieren

bis sie unversehens von monströsen abulischen wanduhren

hinuntergewürgt werden, die pontifikale turmuhr vertilgt

die wanduhr mit stumpf und stiel und stammt

aus dem jahrhundert schlaf zwölf jeglicher zeitalter

schlaf zwölf aber verzehrt sie sich selbst von innen her

bis es ganz aus ist

bis an sich nichts mehr übrig bleibt

eine solche stunde zu leben ist blanker wahnsinn

 

 

Mircea Cártárescu (Gerhardt Csejka)

 

Provinzler

 

Wir sind Provinzen, ja, genau das, elende Provinzen

von Gott vergessen, von der Katastrophe verschont

gleichförmig, gelatinös, weder Eisenbahnen noch Busse noch Straßen

Schlamm-Imperien, armselige, das sind wir, jawohl.

Unser Fleisch tragen wir auf den Knochen

als lächerlichen Frack mit Jabot,

blankgewetzt an den Ellbogen und mit morschen Nähten

wir besitzen einen Stoffwechsel und ein Monokel, haben Zähne und Perücke

wir haben, wie nach alten Modejournalen geschnitten, Eingeweide und Nerven,

Neuronen und Synapsen, abscheuliches Flitterwerk

Schnickschnack, Firlefanz und Dekorationen

Keine Frage, wir sind verstaubt, obsolet, wir nehmen wahr, denken und erleben

sehen Farben, riechen, machen Liebe

wir kneifen die Sonne in den Po, sobald sie mit dem Tablett in der Hand den Salon betritt

wir Tattergreise des Daseins...

In unseren Wohnungen, zwischen Arzneien und Quitten, das Thermometer in der

Achselhöhle

leisten wir uns den Hochmut des Krankseins, den Luxus zu stöhnen

in den Bierstuben trinken und essen wir, unsere Frauen gebären aus purer Koketterie

ach, wir machen uns lächerlich vom Scheitel bis zur Sohle.

Nur die Sterne, die da leuchten über unseren Köpfen, die unsere pomadisierte Haut

mit ihren Strahlen gerben

nur sie noch bringen uns, Milliarden Jahre verspätet

Nachrichten aus der Urstadt, der Kapitale.

 

Wir alle, ausnahmslos alle werden sie dereinst sehen: Die Hauptstadt

werden abstreifen das speckige Nervenjackett, die Lavallière der Adern

und gläsern, das Gehör hinter uns werfend wie einen azurnen Schleier,
die Geschmackspapillen verbrennend,

werden wir die neue Mode annehmen, die neuen Manieren.

Das ist uns klar, daher das Lächeln auf unseren Lippen,

das den raren Handlungsreisenden auffällt

ein Lächeln wie der Schnitt des Skalpells bei der Operation.

 

 

 

 

Gheorghe Pitut (Arnold Hauser) t

 

Mit dem Bleistift

 

Der jungfräulichen Wälder Ruhe zerbrach,

Knietief versanken die Dörfer in den Boden,

Die Hirsche entweichen immer mehr zu den Gipfeln

Und stoßen mit dem Geweih in den Himmel.

Die Jäger haben den Optimismus verloren.

Das Wetter vertreibt das Wild in die Schluchten

Und am Dorfrand

Wachen die alten Eltern,

Daß ihnen keiner die Hunde stiehlt.

 

 

 

 

Marius Iosif (Dieter Schlesak)

 

Constantin Noica und seiner Idee gewidmet,

aus Hermannstadt eine Kulturhauptstadt zu machen

 

Unnötig und schön ist die Hermannstadt

ganz wie ein goldenes Blatt an einem wunderbaren

Herbsttag.

In Hermannstadt bleibt Nichts

übrig als zu sterben,

durch enge alte Gassen irrend mit eisigen Erinnerungen,

gedankenlos in Büchern blätternd -

im Schlaf der Brukenthalbibliothek,

und verdämmernd zwischen Holzhäuschen des Museums,

zurückgeblieben hier aus einer sorglos-wohligen Welt.

In Hermannstadt bleibt Nichts

übrig als zu sterben...

doch könntest du wiedergeboren werden,

dann wäre es für immer.

 

 

 

 

 

Mircea Ivánescu (Oskar Pastior)

 

Oder aber Schach spielen

oder aber eine Litanei machen dies was dich immer

bewegt dies wie Reflexe im Brackwasser aus denen Dunkelheit

mit ihrem Namen im Arm wie ein Nebel sich hochdreht ich

kann zwei Sessel mir vorstelln mit hohen Lehnen und wie sie

ohne zu reden gekauert hören wie ich rede und wie ich wie

vor versammeltem Hof zerstreute Erinnerungen vorbringe (mit

denen sie überhaupt nichts mehr zu tun hat) die aber wie

eine melodische Bildung bei jeder Werdung mit ihrem Namen

sich raffen man hört mir zu (ich bin in einer

melodischen Verfassung hat mir die liquide Gebieterin der

Gestalten gesagt die mir zuhören ohne zu reden die

Hände gestützt auf das Schnitzwerk der Stützen und wie ihre

Finger die Bildung des Schnitzwerks wie langsame Wörter be-

fingern) und ich hatte doch einmal am Abend dem Mädchen mit den

schmalen Gelenken und der brösligen Stimme an die ich selten

ohne stete Erregung denke gesagt "in diesem für

meine Begriffe viel zu geschwätzigen Becher ist ein

melodisches Gesöff" und sie hat getrunken ganz

langsam sich geschüttelt und doch die Geste nicht

mitgemacht ich kann jetzt davon erzählen und wie

König und Königin auf dem Brett hören sie in ihren

langsam geschnitzten Sesseln zu doch

die von der ich in gewundener Rede rede

ist für sie nicht wirklich nicht da

 

 

 

 

Ion Mircea (Wolf Aichelburg)

 

Glockenton

 

Du bist unter einer Holzglocke geboren.

Der Blattstiel ist dünn wie die Zeiger alter Uhren.

Die Glocken verkünden den Lebenden die Toten

vergangener Tage.

Du hörst nur die deine,

dieser hohle Holzton ist das helle Lachen,

oh Mutter, deiner Mutter.

 

 

 

George Almosnino (Helmut Britz)

 

Ich schau zum Kleiderhaken

 

ihrer körper müde hängen die kleider herab

 

ich fang an zu sprechen

ohne daß jemand in meinem umfeld wäre

als eine attrappe der welt

 

 

 

 

Adrian Popescu (Franz Hodjak)

 

Phantombild

 

Die Gestalt - mittelgroß. Grün die Augen, sumpfig, glotzend,

als würden sie stets etwas Unbeschreibbares betrachten,

wenig Freunde, banale Ticks, liebt den Schatten.

 

Die Kleider riechen nach sonnigem Friedhof am Berghang,

nach Dorfkneipe und Holzkohle, nach Arsen,

nach herbstlichem Obstgarten, Quarzstaub, Walderdbeeren.

 

Gewohnheiten - er benützt voller Wollust das Rasiermesser

statt der Klinge, wenn er sich unbeobachtet glaubt,

wirft er Münzen in Becken, Wasserfälle, Stauseen,

verlaßne Tümpel.

 

Sympathien - die Dame Nada, spanischer Herkunft, geboren

an einem Ort, der in keiner Karte verzeichnet ist,

Schauspielerin auf den holländischen Antillen, handelt

mit Pferden und

 

Opium, dann Armenschwester mit makellos weißer Haube

und überprüften Empfehlungen, unbekannt die Eltern,

seßhaft in Umbrien.

 

Überstürzter Gang, atemberaubend, oder im Gegenteil äußerst

gelassen wie ein verlassenes Boot auf offener

See.

 

Unklarheiten: Nachts verschließt er sich im Zimmer, allein,

die Tür öffnet sich nur schwer. Wo bleibt er in der Zwischenzeit?

Steigt er an einem Seil ins Leere, an zusammengeknoteten

Leintüchern?

 

 

Abwesenheit

 

Das ist nicht dein Profil, doch ich

rede mir ein, vielleicht hat es sich verändert, seit es

dauernd auf der Flucht ist vor uns durch fremde Städte,

deren ich mich entsinne, von irgendwoher aus dem Tod.

Gleitet es doch vorbei, ist es wie der Schatten der Eidechse,

der in den Kleidern raschelt und die nassen Knöchel

streift, wenn er hervorhuscht unter dem von Sonne

geborstenen Stein, heiß wie ein Brot.

Dein Lächeln kann auf den Lippen

eines andern erblühn, ist es aber das gleiche?

Der Peitschenhieb des Weidenzweigs

schießt an meiner Brust vorbei, ins Leere.

 

 

Himbeergesträuch zwischen Bahnschwellen

 

Wie du da wächst, unbeachtet, zwischen den Schwellen

einer aufgegebenen Bahnlinie, deiner Bestimmung folgend,

auch wenn niemand mehr deine runden Beeren

kostet außer etwa dem alten Bahnwärter

oder umherschweifenden Pärchen.

 

Deine Ranken, verbissen räkeln sie sich hoch

zwischen Flaschensplittern und Unkraut,

zwischen Teer und Packpapier;

Abend für Abend entzünden sie ihre roten Lämpchen,

des Sommers unbefleckten Duft verbreitend.

 

Wenn ich dich so betrachte, werde ich wieder

zum Jüngling, zum Rekruten, zum Hilfslehrer,

zum Pendler, der durch den Regen eilt;

leichtfüßig springe ich von Schwelle zu Schwelle.

Große Fahnen aus Staub und Rauch umhüllen mich.

Die Sonne neigt sich. Da etwa ist die Hälfte des Wegs.

 

 

 

 

Viorel Muresan (Rolf-Frieder Marmont) s

 

Ein kleines Liebesgedicht auch

blaue Äcker und paar rote Äcker

linsten durchs Fenster

 

der Tag war einsam wie ein Stiefel

zur Hälfte ragend aus dem Eis

und wir durchlebten ihn auf einem hölzernen Fels

 

grün warst du und glichst an jenem Tag

entfernt dem von Ratten gekneteten Schlamm

ich - was soll ich sagen - hielt in den Händen

ein Taschentuch

 

 

 

 

 

 

Simona-Grazia Dima (Dieter Schlesak)

 

Eine Feder

 

Geliebter Engel, du hast nicht achtgegeben

auf deine Federn, eine hat er ausgerissen der

Pech Horizont. Sag nicht, es sei nur eine gewesen ganz

ohne Bedeutung, sie ist so schwer wie eine Kugel die nach Pulver riecht und brennt.

Geliebter Engel, du hast es zugelassen, daß sie dir aus-

gefallen ist und jetzt beschuldigt dich die klingende Sphäre,

zornerfüllt dreht sie sich in jenem Zimmer,

wohin du, scheu, noch keinen Fuß zu setzen wagst. Tritt

ein und nimm sie zu dir, verlier sie nicht mehr

aus den Augen, du bist der Vater und sie

die ganze Welt, ein Ort der Feste, wo

noch ungezählt: Planeten schweben, du aber bist

inmitten: die königliche Inschrift.

 

 

 

 

 

 

XVII

LANDSCHAFTEN. MIT ERSCHEINUNGEN

 

 

 

 

Ioan Alexandru (Joachim Wittstock)

 

Gewässer

 

Verstreut schlafen wir im Haus,

die Lampen über uns gezogen,

und der Winter kommt - ein Knebel, von einem

unsichtbaren Tyrannen in den Herbstrachen gestoßen;

Mäuse rascheln auf dem Dachboden

und das schwarze Pferd,

das an einem Bein

an den Brunnenschwengel gebunden ist, wiehert,

sooft der Wind am Giebel reißt.

Spät gehn wir schlafen, eingehüllt in zottige Decken,

in die Maisblätter der Hauswand.

Wir sind auf einem Schiff in sinkenden Gewässern,

die Fenster sind vom Haar der Dunkelheit verwetzt,

über das Messer am Tisch springen bläuliche Flammen...

Fremd dringt die Kälte in uns hoch,

aneinandergekauert dämmern wir ein,

und keiner hat auch nur ein Wort zu sagen.

Ungehindert sinken dann Träume auf uns herab,

um uns zu quälen.

 

Herbstregen

 

Wir wollen Aug in Aug uns gegenüberstehn -

ich seh die Ferne hinterm Horizont vereisen

und einen Sturm, auf Pfählen eingesargt,

und trockne Räder seh ich langsam kreisen:

 

ins Helle eingraviert, in rituellem Licht

sinkst du zur grauen Stunde nieder,

nach Regen riecht es auf den Pfaden

und endlos hallen dumpfe Glocken wider.

 

Und deine Augen - ein verhaltnes Weinen,

sie führen trockne Meere, müde Karavellen,

ich werde tausendfach und bis zum Grund

dies neue Wissen im Gedicht erhellen.

 

Ich seh den Strom, geweckt von Nacht und Wolken,

die Last der Welt wird weiter zu den Sternen sinken,

Plakate haben sich gelöst

und leise wein ich im Ertrinken.

Herbstregen aber werden später niedergehn

und schwarze Kälte wird sich in den Hütten stauen,

die reifen Sünden gleiten von den Zweigen

in den gestrafften Busen schöner Frauen.

 

Tiefher vernahm ich ein Geschütz heut nacht,

es hat im Himmel das Geäst verheert,

ich spürte plötzlich einen Schlag im Nacken,

es war der Mond, er war mit einem Beil bewehrt.

 

Auf einer Seite bin ich weiß und auf der andern

setzt eben eine Art Geträller ein,

das linke Auge spiegelt noch die Berge,

das rechte bannt ein voller Becher Wein.

 

Zur Hochzeit steigert sich bald jedes Feuer,

am Feld entzündet, abends angefacht.

Und kommst du nicht, verlier ich mich im Meer

und werd als Grabstein wieder heimgebracht.

 

 

Grigore Hagiu (Joachim Wittstock)

 

Gelöschte Schrift

 

im engen hohlraum, den das licht

zur zeit des sommers ins gestein gegraben,

gefriert am morgen tau,

aus großer tiefe

vernimmt man

die dumpfe explosion der samen,

dort gibt es eine jagd, denk ich dabei,

ich werde später

der vielgeliebten frau begegnen,

die jeden abend

die größte glocke dieser stadt entzündet,

ihr werdet sagen,

es stimmt ja nichts, von dem,

was du da redest,

mag sein, jedoch

muß schließlich etwas die erinnerung ersetzen,

seit wann versuch ich doch,

mein wort alleine zu bewohnen,

und stumm kehr ich mich ab,

ich schütz mich nicht mehr vor den adlern,

die schnäbel bohren sich in die gelöschte schrift.

Ioan Alexandru (Dieter Schlesak)

 

Herbst

 

Die Welt fällt nun vom Fleisch

und Blätter ziehn das gelbe Mark aus ihrem Baum;

versetzen es auf den Mond.

Die Gebeine unter den Häusern

wachsen nun in den Berg wie

Milchzähne eines Säuglings in weiße Körper. -

Die Zeiger fallen ab

vom Ziffernblatt dieser Jahres Zeit,

sie haben sich hinterrücks

in Gottes Wirbelsäule gebohrt.

 

Es lösen sich die Tränen aus den Trauben,

das Hindernis am Weg ist locker und versteinert.

Aus deinem hingestreckten Leib, die Nacht

aus mir, fand ich die Zeichnung

orionische Krüge auf meinem Schädel graviert.

Und in mir pulst schon ein Häufchen Asche.

 

 

 

Ovidiu Genaru (Anemone Latzina)

 

Silbriges Bohnenkraut

 

Ab und zu weht noch ein byzantinisches Lüftchen durch unsere Provinzen

noch verschlingt die einsame Weichselblüte

ihren schönen Körper.

Noch schießt der Stein der Gräber in den Azur

und ab und zu erinnert ein Schmetterling sich an sein Leben als kriechender Wurm.

Von der Höhe des Hügels blicken die Espen

dir noch in die Seele - mit seiner roten Trompete

ruft das Land der Verheißung ab und zu noch

nach dir mit einem Schrei.

Es riecht noch nach silbrigem Bohnenkraut

in galaktischen Schluchten wo in der Tiefe der Tod glitzert.

Die weiße Wand der Stube erinnert dich noch an die Melancholie von Cranach.

Noch verlangen die Enterbten

das Silberbesteck zurück - das Frühjahr trägt immer

noch Grün damit es sich besser abhebt sein bleiches Gesicht

das wie geschaffen ist um geliebt zu werden wenn's schon vorbei ist.

 

Dan Laurentiu (Dieter Schlesak) s

 

Die blaue Farbe

deines Körpers

 

Was wäre wenn sie fielen

weiße Flocken am Tag

und die schwarzen gegen Mitternacht

 

sie glichen den weißen

Engeln und den schwarzen

und kämen dann: auf die Erde nieder

wo die Menschen sind

 

diesmal aber wechseln sie die Farben

und sind nicht weiße sind nicht